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Wiedersehen mit Richard aus Kigali

06.07.2011

Tag 7, 3. Juli 2011
tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110703 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Die Crew beim Abflug aus der Serengeti in Tansania.jpgIm Tiefflug fliegen wir über die wunderschöne Serengeti, sehen Abertausende Tiere in großen Herden versammelt. Es ist einfach gigantisch. Weiter geht es über den Victoriasee Richtung Burundi mit Kurs auf Ruanda. Das „Land der Tausend Hügel“ empfängt uns mit einer abwechslungsreichen Landschaft aus Bergen und Seen.

Auf der FLY & HELP-Weltumrundutl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110703 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Reiner Meutsch mit Richard in Kigali.jpgng im vergangenen Jahr habe ich hier bereits Station gemacht und das erste Hilfsprojekt der Stiftung besucht. Damals lernte ich Richard kennen. Er ist 30, hat erfolgreich Maschinenbau studiert und eine sehr bewegende Lebensgeschichte. Während des Genozids in den 1990er Jahren verloren binnen weniger Monate Hundertausende Menschen ihr Leben, darunter auch die Familie des jungen Mannes. 84 Familienmitglieder wurden am 21. April 1994 vor seinen Augen von Angehörigen der Hutu mit Macheten getötet. Richard konnte mit seiner fünfjährigen Schwester in einen nahen Wald fliehen, wo beide sich drei Monate lang versteckt hielten.

Im Februar vergangenen Jahres begegneten wir uns in der ruandischen Hauptstadt Kigali. Richard arbeitete als Taxifahrer und begleitete uns über mehrere Tage im Land. Schnell fanden wir zwei einen gutentl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Auf dem Gemuesemarkt in Kigali.jpg Draht zueinander und viel Sympathie füreinander. Er sprach oft von der Vergangenheit und seiner Familie. Eines Tages fragte er mich ganz unverhofft, ob ich sein Vater sein wolle. Eine große Verantwortung und zugleich eine Freude für mich, denn Richard ist ein fleißiger, ernsthafter und vertrauensvoller Mann. Ich stimmte also zu und so hielten wir Kontakt bis heute. Richard hat mittlerweile einen Job im Koordinationsbüro des Landes Rheinland-Pfalz hier in Kigali erhalten. Ein toller Erfolg. In den nächsten sieben Tagen wird er uns im Jeep gut 1.000 Kilometer über holprige Lehmpisten durch Ruanda begleiten, um verschiedene FLY & HELP-Hilfsprojekte zu besuchen.

Nach dem Bürgerkrieg ist die Situation für viele Menschen im Land noch immer angespannt. Armut prägt ihren Alltag, und Unterstützung aus dem Ausland wird gebraucht. Wie Richard berichtet, unternimmt Präsident Kagame alle Anstrengungen, um Ruanda politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren. Auch wir wollen mit dem Bau von Klassenzimmern und Schulen helfen. Unser Ziel ist es, dass mehr Kinder die Chance auf eine gute Ausbildung haben und sich später für ihr Land stark machen können.

Tag 8, 4. Juli 2011
Der heutige Tag ist gtl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110704 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Reiner Meutsch und Botschafter Elmar Timpe in Kigali.JPGefüllt mit vielen Gesprächsterminen. Wir treffen Vertreter mehrerer Hilfsorganisationen. So auch Pater Donat, er plant für das Jahr 2012 die Eröffnung einer Schule im Norden des Landes. Oder Marie Claire, die ebenfalls für eine Organisation im Bereich Bildung tätig ist. Außerdem sprechen wir mit Christoph Weber, Chefplaner des  rheinland-pfälzischen Koordinierungsbüros, sowie mit dem Büroleiter Uwe Mayer. Für den Abend haben wir eine Einladung in die deutsche Botschafter Kigali erhalten. Botschafter Elmar Timpe empfängt uns. Wir haben uns ebenfalls vor einem Jahr kennengelernt. Damals stellte ich ihm die Arbeit meiner Stiftung vor – heute können wir schon erste Erfolge präsentieren.

Tag 9, 5. Juli 2011
Früh am Morgen geht es von Kigali in einer mehrstündigen Fahrt ins rund 150 Kilometer entfernte Nyinawimana. Hier warten schon circa 1.000 Schulkinder und 47 Lehrer auf tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Reiner Meutsch besichtigt die neuen Klassenraeume.jpgunseren Besuch. Nachdem wir im Jahr 2010 den Rohbau für vier Klassenzimmer feierlich eingeweiht haben, erleben wir heute die Mädchen und Jungen in ihren neuen Schulräumen. Sie heißen uns voll Überschwang herzlich willkommen und haben ein buntes Begrüßungsprogramm einstudiert. Ich bin sehr berührt und genieße die gemeinsamen Stunden. Unter der Obhut von Pater Dushimiyimana werden wir tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Reiner Meutsch mit Schulkindern in Nyinawimana.jpgdie Schule weiter entwickeln, denn noch immer warten rund 1.200 Kinder auf einen Platz zum Lernen. Zum Abschied singen sie alle ein Lied, in dem es sinngemäß heißt: Danke, dass du uns eine Schule gebaut hast und wir nicht mehr unter den Bäumen lernen müssen.

Am Mittwoch fahren wir weiter in den Süden des Landes ins Grenzgebiet zu Burundi. Wir weihen in zwei weiteren Schulen Klassenzimmer ein, die durch die Unterstützung von FLY & HELP gebaut werden konnten.

Alle Bilder zur Reise finden Sie auch in unserer Bildergalerie.

tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Die Kinder in Nyinawimana vor der Eroeffnung der Schule.jpg   tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Die Schule in Nyinawimana traegt den Namen der Stiftung.jpg
tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Reiner Meutsch mit einem Lehrer in Nyinawimana.jpg   tl_files/fah/galleries/Ruanda-Reise 2011/110705 FLYHELP_Ruanda-Reise_2011_Eine Frau in Kigali.jpg